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100 Jahre vhs

100 Jahre Wissen teilen

Die Volkshochschule feiert 2019 ihr 100-jähriges Bestehen. Und auch wenn die Wurzeln der Volkshochschulen bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen und viele Einrichtungen ihre individuelle Gründung in andere Jahre datieren, so adressiert das 100 Jahre-Jubiläum doch jede der rund 900 Volkshochschulen in Deutschland. Denn das Jahr 1919 setzt den Grundstein für die Entwicklung der Weiterbildung in öffentlicher Verantwortung, die seither konstituierend ist für Volkshochschulen: Artikel 148 der Weimarer Verfassung forderte alle staatlichen Ebenen dazu auf, das Volksbildungswesen einschließlich der Volkshochschulen zu fördern. Die Weiterbildung erhielt damit erstmals Verfassungsrang und wurde zum integralen Bestandteil des öffentlichen Bildungssystems.

Dies löst deutschlandweit eine Welle von Volkshochschulgründungen aus. In keinem anderen Jahr der deutschen Geschichte wurden so viele Volkshochschulen erstmals gegründet. Das Jubiläum im kommenden Jahr bietet für die gesamte Volkshochschulfamilie die einmalige Gelegenheit, gemeinsam zu feiern und öffentlich sichtbar zu machen: Mit ihrer einzigartig vielseitigen Angebotspalette sind Volkshochschulen vor Ort die Erste Adresse in Sachen Weiterbildung.

Lernen an Volkshochschulen: Ein interaktiver Prozess

Das Motto „Wissen teilen“ knüpft an einen aktuellen Trend an: Mit den digitalen Medien und der Verbreitung von sozialen Netzwerken ist es modern geworden, eigene Kenntnisse und Fertigkeiten öffentlich zu dokumentieren und so anderen zugänglich zu machen. Das Jubiläumsmotto greift diesen Trend auf und macht gleichzeitig klar: vhs folgen diesem Prinzip bereits seit 100 Jahren.

Kenntnisse und Fertigkeiten mit anderen Menschen zu teilen, ist ein konstituierendes Merkmal von Volkshochschulen. Seit ihrer Gründung vergeben Volkshochschulen Lehraufträge an Dozentinnen und Dozenten aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen, die ihre Expertise mit anderen teilen. Und auch die Kursteilnehmenden sind Teil eines interaktiven Prozesses des voneinander und miteinander Lernens. Die egalitäre Grundidee, die Plattformen wie Wikipedia oder Youtube heute so populär macht, wohnt den Volkshochschulen von Anbeginn an inne.

Wissen ist im universellen Sinne gemeint. Der Begriff unterstreicht den aufklärerischen Anspruch der Volkshochschulen, Menschen auf der Basis wissenschaftlich gesicherter Erkenntnisse für eine aktive Teilhabe in allen gesellschaftlich relevanten Bereichen zu qualifizieren. Gleichzeitig steht der Begriff für die Nachvollziehbarkeit und Nachprüfbarkeit von Informationen und Positionen und wendet sich dagegen, Vorurteile als handlungsleitend zu akzeptieren.

In diesem Sinne sind Volkshochschulen nicht allein Einrichtungen des Kompetenzerwerbs im Rahmen klassischer Unterrichtssituationen, sondern auch im diskursiven Prozess. Volkshochschulen ermöglichen Begegnung und Dialog, damit Menschen voneinander und übereinander lernen.

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Bildnachweise

  • Deutscher Volkshochschul-Verband e.V.

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